Nicht einfach nur der beste Freund des Menschen.

Oscar – unser Australian Sheperd.

Seit ich denken kann, hatten wir Haustiere. Meine erste Katze bekam ich zur Kommunion und sie begleitete uns über 14 Jahre. Sie war pflegeleicht, viel draußen, man merkte kaum, dass sie da war. Dann kam die Phase der Hamster, der Mäuse und etlicher anderer Käfigtiere, die stanken und einen Haufen Arbeit fabrizierten, aber eigentlich für gar nichts gut waren.

Also wurde ich über gut oder lang ein Katzenmensch. Und es fanden sich immer mehr Schmusetiger in unserem Haushalt wider. Als Minka (die Erste) starb, holten wir zwei aus dem Tierheim, der Kater wurde nach nur einem Jahr überfahren, dann retteten wir wieder zwei arme Seelen bei der Katzenhilfe, dann bekam ich eine Siamkatze, dann lief uns ein Kater zu…und ehe wir uns versahen lebten vier Katzen in unserem Haushalt.

Mein großer Wunsch nach einem Hund blieb lange unerfüllt. Ich konnte es weder meinen Eltern, noch dem armen Tier zumuten, dass ich ständig berufsbedingt auf Achse war und im Prinzip überhaupt keine Zeit für einen Hund hatte. Als mein jetziger Mann in mein Leben trat änderte sich vieles, und eben auch besagtes „Thema Hund“. Auf einmal war der Wunsch realistischer und greifbar nah und schnell war nicht nur klar, dass ein Hund kommen würde, sondern auch welche Rasse: Ein Australian Sheperd.

Meine Liebe zu diesen intelligenten, farbenfrohen und einfach herzlichen Tieren besteht schon über viele Jahre. Eines Winters war ich auf dem Weg in den Skiurlaub. Vor einem Rastplatz saß ein wunderschön, grauschwarz gesprenkelter Hund mit langem Fell mit einem sportlichen Frauchen nebendran – es sah wie die perfekte Kombination aus. Ich wusste absolut nichts über diesen Hund und kam mit der Frau ins Gespräch, über die Rasse, das Wesen und wusste von diesem Tag an, wenn einen Hund, dann einen „Aussie“.

Ein guter Freund von mir wird seit vielen Jahren täglich wieder aufs Neue von seiner Mini Aussie Dame bereichert und so kam ich zu einer netten Züchterin in der Eifel. Mit vier Wochen sahen wir unseren Oscar zum ersten Mal: Einer von Acht und der dickste und ruhigste, der tiefenentspannt hinten in der Ecke lag. Für meinen Mann war klar, das ist unser Hund – und er sollte recht behalten. Mit 11 Wochen kam klein Oscar dann zu uns und bis heute hat er nicht einmal auch nur irgendetwas blödes angestellt. Er ist ein aufgewecktes Kerlchen, lernhungrig und viel zu schlau, um lange für das Einstudieren dieser sogenannten Welpentricks zu benötigen.

Vor Kurzem feiert Oscar seinen ersten Geburtstag und er hat bis heute in keiner Weise unser Leben eingeschränkt. Erst jetzt merke ich, dass vier Katzen viel mehr Arbeit bereiten, als ein einziger Hund je schaffen könnte. Wir nehmen ihn überall hin mit, er liebt Autofahren, wenn er mal zwei Stunden warten muss, dann tut er dies ohne Wenn und Aber. Ich genieße unsere täglichen stundenlangen Fußmärsche und bin fitter als jemals zuvor. Nie hätte ich gedacht, dass mich mal jemand früh morgens bei Wind und Wetter vor die Tür jagt, jetzt gibt es nichts Schöneres für mich, als Oscar über die Wiesen toben zu sehen. Und eins weiß ich jetzt schon, Oscar wird der perfekte „Babysitter“ für unser Neugeborenes.

In den nächsten Beiträgen gehe ich dann speziell auf die verschiedenen Merkmale von Australian Sheperds ein.

Text: Jasmin Wörz
Bildmaterial: Alok Paleri

This post is also available in: enEnglish

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*