Ich bin dann mal schwanger 1.0.

Mein ganz persönliches Schwangerschaftsprotokoll.

Der erste Strich zeigt sich gleich, ok denke ich mir, ist schon mal gültig. Doch bevor ich mich auf den Weg nach unten machen kann, um mir eine Tasse Guten-Morgen-Tee zu machen, kommt auch schon der zweite Strich. Wie jetzt? Mit großen Augen starre ich auf den Test, halte ihn fest in beiden Händen, wende und drehe ihn, aber der zweite Strich will einfach nicht weggehen. Tränen drängen sich in meine Augen. Wie kann das sein? Nach all den Jahren der Nichtverhütung, nach all den Schwangerschaftstests die ich aus Vorsorge und aus reiner Angst, es könnte so sein, gemacht habe. Und nun das! Ich geh mir den Tee machen, oder versuche es zumindest. Denn bevor ich überhaupt den Wasserkocher mit Wasser füllen kann, kullern mir die Tränen in dicken Tropfen die Wangen herunter. Bin ich jetzt glücklich oder stehe ich kurz vor einer Panikattacke?  Irgendwie schaffe ich es dann doch noch, den Tee zu machen und gehe mit meiner heißen Tasse Beruhigung wieder hinauf ins Badezimmer. Der zweite Strich ist immer noch da. Wieder sitze ich am Badewannenrand. Starre auf den Test – und kann es einfach nicht glauben. Ok, es ist jetzt nicht so, dass ich ungewollt schwanger geworden bin. Immerhin bin ich seit drei Monaten mit der Liebe meines Lebens verheiratet und wir haben nie verhütet. Ganz nach dem Motto „Wenn es passiert, dann passiert es eben“. Und anscheinend war es jetzt tatsächlich passiert.


Die fünf Tage bis zu meinem ersten Termin bei der Frauenärztin vergingen überhaupt nicht. Schatzi (aka Ehemann) freute sich sehr, doch wir wollten keine überschwängliche Vorfreude aufkommen lassen, bevor wir nicht wussten, ob alles ok ist. Wirkliche Anzeichen für die Schwangerschaft hatte ich nicht, und ich habe auch all das getan, was man in der Schwangerschaft tunlichst vermeiden sollte. Kurz zuvor waren wir nämlich noch im Urlaub in Dubai, und dort habe ich fest Schischa geraucht, Sushi gegessen, wie eine Blöde im Gym trainiert zwecks Six-Pack und so (was mir im Übrigen später zum Verhängnis werden sollte) bei 30 Grad Mittagshitze Tennis gespielt und Alkohol, wenn auch in Maßen, getrunken. Also genau die Dinge, die dir jedes schlaue Buch ab Tag 1 deiner Schwangerschaft strikt untersagt. Aber wer konnte denn schon ahnen, dass da ein kleines menschliches Etwas in mir heranwächst. Alleine der Gedanke lässt mich nach wie vor zusammenzucken, allerdings positiv.

So weit so gut. Der Tag war also dann da. Und als ich auf dem Ultraschall dieses 1-cm-kleine Etwas sah, wurde mir schon anders. Ja, da war wirklich ein Lebewesen in meinem Körper und das wollte jetzt groß und stark heranwachsen, um mich in weniger als acht Monaten komplett aus meinem Leben reißen. So waren meine Gedanken. Meine Eltern freuten sich sehr, aber auch sie zügelten ihre Ektase, denn es standen noch ein paar anstrengende Wochen für uns alle auf dem Programm, bis wir wussten, ob klein Seppi, wir waren überzeugt es wird ein Junge, auch wohl auf ist und wachsen und gedeihen kann….

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