Hasi und der Mythos um seine Eier.

Wie der Osterhase zu seinem Job kam.

Viele von euch sind gerade am Ende der Osterfestlichkeiten angelangt, viele haben sich mit den geliebten Verwandten das Wochenende um die Ohren geschlagen und wiederum viele von euch werden das Osternest bereits (fast) komplett vernichtet haben. Ostern ist eigentlich wie Weihnachten, wenn nicht sogar noch schlimmer in der Hinsicht, dass man heutzutage den eigentlichen Sinn und Zweck dieses Christenfests zu vergessen scheint. Denn während an Weihnachten das Fest der Liebe und der Besinnlichkeit gefeiert wird, geht es im Grunde an Ostern nur um eins: Endlich wieder schlemmen! Denn wenn man die sechs Wochen Fastenzeit seit Aschermittwoch (mehr oder weniger) durchgestanden hat, der darf jetzt ungeniert zur Schokokiste greifen und überschwänglich am Osterwochenende zu naschen beginnen. Aber halt mal, wie kommen die Ostereier eigentlich ins Nest? Richtig, der Osterhase hat sie gebracht. Aber, wer kam jemals auf die Idee, unseren Kindern den Floh ins Ohr zu setzen, ein Hase legt Eier?

Tatsächlich hoppelt der Osterhase schon seit dem 17. Jahrhundert durch unsere Gärten und verteilt fleißig seine Ostereier. Der Hase gilt seit jeher als Sinnbild der Fruchtbarkeit, bereits im alten Babylon wurden Mythen darüber verfasst. Das kommt nicht von ungefähr, denn immerhin bringt es eine gute Hasenmama auf 20 Junge – pro Jahr. Gleichzeitig steht auch das Ei als Symbol für Fruchtbarkeit und Lebensfreude. Der Hase kann außerdem der Fruchtbarkeitsgöttin Ostera (Ostern) zugeordnet werden.

Also hat man irgendwann eins und eins zusammengezählt, und aus zwei gleich bedeutenden Symbolen den Osterhasen und seine Eier kreiert. Und da Ostara, das Fest der Eostre, im Frühling gefeiert wird und mit dem Christentum zu Ostern wurde, bot sich der Hase als Symbol erneut an. Ferner gilt der Gründonnerstag seit dem Mittelalter als Zinstag für Schuldner und Gläubiger und diese haben wiederum mit, richtig, Hasen und Eiern bezahlt.

Tatsächlich gibt es einige schlüssige Erklärungen dafür, warum ein Hase nun die Ostereier bringt, auch wenn sie teilweise weit hergeholt sind. Aber sind wir mal ehrlich: Es wäre nur halb so niedlich, wenn ein störrisches, gackerndes Huhn durch die Vorgärten staksen würde und bunte Eier verteilt. Der Osterhase ist und bleibt unser Symbol für Ostern und gegen eine braune, knuddelige Stupsnase ist noch lange kein Korn gewachsen. Frohes Eiersuchen!

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